Die meisten von uns cremen sie täglich und träumen von straffer, makelloser und rosiger Wohlfühlhaut. Doch für jeden vierten Menschen in Deutschland ist das nur Wunschvorstellung, denn es liegen teilweise auch behandlungsbedürftige Hautveränderungen vor.

Jeder vierte Deutsche hat Probleme mit seiner Haut

trockenehaut_.jpgIn einer umfangreichen Studie der Universität Hamburg analysierte das Team von Professor Matthias Augustin Daten von 90.880 Angestellten, die sich einem Hautkrebsscreening unterzogen hatten. (1) Die Betroffenen waren 16-70 Jahre alt und führten eine vom Arbeitgeber angebotene Hautkrebsfrüherkennung durch.


Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als ein Viertel (25,13 %) der Untersuchten Muttermale aufwiesen, bei 16,7 % konnten sogar mehr als 40 solcher beobachtungswürdiger Hautveränderungen gezählt werden. Muttermale haben gerade in den jüngeren Altersgruppen zwischen 31 und 40 Jahren die Nase vorn, während bei den Älteren nur 7,2 % Nävi aufwiesen, dafür aber die Anzahl der altersbedingten Veränderungen (Altersflecke) anstieg. Unter den Hauterkrankungen mit entzündlichen Komponenten war die Akne vulgaris mit 3,9 % am häufigsten. An Schuppenflechte litten zwei von hundert Untersuchten. Röschenflechte (Rosacea) war bei 2,3 % und ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) bei 1,3 % feststellbar. Besorgniserregend war die hohe Anzahl an Patienten mit Pilzinfektionen mit insgesamt 11,2 %. Nagelpilz war mit 6,6 % noch häufiger als Fußpilz (5,1 %). Pilzerkrankungen betrafen vor allem Männer, die dreimal so häufig befallen waren wie Frauen (15,4 % vs. 6,5 %).

Jede vierte Hautveränderung war medikationspflichtig

Immerhin 11.291 Untersuchte wiesen behandlungsbedürfte Befunde auf; insgesamt war jede vierte Hautveränderung medizinisch relevant. Bei den Männern war es sogar jeder Dritte, bei den Frauen etwas mehr als jede Fünfte. Laut der Beurteilung der Autoren ist der Anteil an Hautkranken zwar hoch, entspreche jedoch der Situation im niedergelassenen und Klinikbereich. Immerhin würden hier jährlich über 20 Millionen Patienten behandelt.

 (1) publiziert am: 18.10.2011 9:30 Autor: Dr. Dagmar Kraus; Quelle: springermedizin.de basierend auf: Augustin M. et al. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90.880 workers. BJD 2011, 165: 865-873 

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Dieser Artikel mit der SuperID 833 findet sich auch in der PDF-Datei der HautReport-Ausgabe 2012 Januar/Februar (SuperID: F33 )