Die von außen sichtbaren Folgen der Hautalterung, wie Falten und Verlust an Straffheit, sind kosmetisch störend, aber zusätzlich sind die Funktionen der Haut ab 60 Jahren immer mehr eingeschränkt. Eine neue Studie des frei HautforschungsInstituts, die in Zusammenarbeit mit dem

Institut für umweltmedizinische Forschung an der Universität Düsseldorf durchgeführt wurde, zeigt, dass Hautpflege bei reifer Haut besonders das Nachlassen der hauteigenen Schutzmechanismen berücksichtigen sollte.

Der HAUTREPORT sprach mit Dr. Hartmut Neufang, dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats des frei HautforschungsInstituts, der die Studie initiierte.

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Aktuelle Studie zeigt: Die Haut ab 60 braucht intensive Pflege und mehr Schutz

Motiv4b_Duschenb.jpgDie Menschen in Deutschland werden immer älter und altersbedingte Beschwerden nehmen zu. Genauso wie innere Organe, Knochen und Gefäße ist auch die Haut der Alterung ausgesetzt. Doch zusätzlich zur „normalen“Zeitalterung kommt bei der Haut die Gefahr durch äußere Faktoren hinzu, welche die Alterungsprozesse beschleunigen.

HAUTREPORT: Herr Dr. Neufang, das Älterwerden wird an der Haut besonders schnell sichtbar. Gibt es außer kosmetisch störenden Veränderungen wie Falten, Verlust an Straffheit und Festigkeit weitere Veränderungen, die wir vielleicht gar nicht sehen?

DR. NEUFANG:
Die gibt es tatsächlich. Prinzipiell altert die menschliche Haut zweifach. Falten und Fältchen sind vor allem auf die sekundäre, also von außen kommende Alterung zurückzuführen. Die primäre Hautalterung, das so genannte Zeitaltern, ist vorwiegend mit Funktionsverlusten verbunden. Die Oberhaut wird mit den Jahren dünner, pergamentartig und dadurch wird die Haut verletzlicher. Zusätzlich wird die Hornschicht dünner und die Lebensdauer der einzelnen Körperzellen, die beim Kind 101 Tage beträgt, sinkt im Alter auf maximal 46 Tage ab.

HAUTREPORT: Sie haben in einer Studie die Veränderungen, die sich an der Haut mit dem Alter bemerkbar machen, untersucht. Worum ging es da speziell?

DR. NEUFANG:
Wir wissen bereits sehr viel über die Mechanismen, die der Alterung zugrunde liegen, haben aber nur wenig Kenntnis über die Unterschiede der Hauteigenschaften in der Altersgruppe der Älteren. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird in einigen Jahren ein Großteil der Bevölkerung zwischen 60 und 90 Jahren alt sein und es gibt keine Untersuchungen, wie sich die Haut ab 60 verändert. Wir haben deshalb in unserer Studie die Haut der Altersgruppen 30 - 40, 60 - 70 und 71 - 80 Jahre untersucht. Im 
Einzelnen wurden die Hautbarrierefunktion, die Hautfeuchtigkeit, der Fettgehalt, die Beschaffenheit der Hautoberfläche und die Lichtempfindlichkeit der Haut gemessen.

Die ältere Haut muss schonend gepflegt werden – wie die eines Babys

HAUTREPORT: Was konnten Sie feststellen?

DR. NEUFANG:
Insgesamt wird die Haut mit zunehmendem Alter weniger elastisch und bleibt weniger glatt. Die Festigkeit wird ebenfalls geringer. In unserer Studie fanden wir außerdem einen wachsenden Mangel an hauteigenem Fett, da die Aktivität der Fett- und Zellproduktion der Hautzellen vermindert ist. Beeindruckend in unserer Studie war, dass bis zu einem Alter von 71 Jahren vor allem die von außen beeinflussbare Hautalterung zum Tragen kommt. Erst in der Gruppe von 71 - 80 Jahren macht sich die natürliche Alterung bemerkbar. Die große Bedeutung der Lichtalterung in der Altersgruppe ab 60 Jahren wurde durch die deutlich erhöhte Lichtempfindlichkeit der älteren Haut nochmals bekräftigt. 

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HAUTREPORT: Was konnten Sie feststellen?

DR. NEUFANG:
Insgesamt wird die Haut mit zunehmendem Alter weniger elastisch und bleibt weniger glatt. Die Festigkeit wird ebenfalls geringer. In unserer Studie fanden wir außerdem einen wachsenden Mangel an hauteigenem Fett, da die Aktivität der Fett- und Zellproduktion der Hautzellen vermindert ist. Beeindruckend in unserer Studie war, dass bis zu einem Alter von 71 Jahren vor allem die von außen beeinflussbare Hautalterung zum Tragen kommt. Erst in der Gruppe von 71 - 80 Jahren macht sich die natürliche Alterung bemerkbar. Die große Bedeutung der Lichtalterung in der Altersgruppe ab 60 Jahren wurde durch die deutlich erhöhte Lichtempfindlichkeit der älteren Haut nochmals bekräftigt.

HAUTREPORT: Was bedeutet das für die Hautpflege?

DR. NEUFANG:
Da die ältere Haut mit der Zeit Funktionen einbüßt, muss sie besonders schonend und mild gepflegt werden, wie die Haut eines Babys. Wenige, bewährte Inhaltsstoffe und natürliche Öle sind für die Hautpflege zu empfehlen. Für die Reinigung sollten milde Syndets mit rückfettenden Substanzen wie zum Beispiel frei Wasch&DuschCreme verwendet werden.

HAUTREPORT: Viele Mütter verwenden für die Babypflege Öl. Ist das auch für ältere Haut zu empfehlen?

DR. NEUFANG:
Öle sind als Bestandteil von Pflegecremes auf jeden Fall 
wichtig, wobei es hier sehr stark auf die Zusammensetzung ankommt. Der Fettgehalt der älteren Haut nimmt ab 60 Jahren deutlich ab. Die Hautzellen und die Talgdrüsen produzieren immer weniger Fett, das dann von außen zugeführt werden muss. Reichhaltige Pflegeprodukte wie zum Beispiel frei IntensivCreme sind hier zu empfehlen. Bei besonders trockenen Stellen oder Juckreiz ist ein Öl, das auf die feuchte Haut aufgetragen wird, besonders wirksam und gut verträglich.

HAUTREPORT: Fettige Cremes oder ein öliges Gefühl auf der Haut möchte man aber doch nicht haben. Kann man das vermeiden?

DR. NEUFANG:
Wir haben in unseren Befragungen festgestellt, dass die Altersgruppe ab 60 Jahren insgesamt mehr Wert auf fetthaltige Cremes legte als die 30- bis 40-Jährigen. Natürlich ist eine reichhaltigere Creme zu Beginn etwas länger auf der Haut spürbar, bei geeigneter Komposition zieht sie aber vollständig ein und versorgt die Haut lang anhaltend. Bei Ölen kommt es sehr auf die individuelle Zusammensetzung an. Wenn frei PflegeÖl zum Beispiel auf die feuchte Haut aufgetragen und einmassiert wird, verbindet es sich mit dem Wasser auf der Haut zu einer Spontanemulsion und zieht dann sehr schnell ein.

Alle Fotos (sofern nicht anders gekennzeichnet) können zur kostenfreien Veröffentlichung heruntergeladen werden. Abdruck honorarfrei bei Quellenangabe frei-HautforschungsInstitut

Dieser Artikel mit der SuperID 9t2 findet sich auch in der PDF-Datei der HautReport-Ausgabe 2010 März / April (SuperID: 5V2 )